Von OnealRedux am Donnerstag, 04 Juni 2026, 20:05 Uhr
Bildnachweis: © Studiocanal | Szene aus "Falsche Bewegung"
Mehr als 50 Jahre nach seiner Entstehung sorgt Wim Wenders' Film Falsche Bewegung erneut für Diskussionen. Der Regisseur hat nun angekündigt, das Drama aus dem Jahr 1975 vorerst aus dem Verkehr zu ziehen. Hintergrund ist eine seit Jahren schwelende Debatte um eine Nacktszene mit Nastassja Kinski, die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst 13 Jahre alt war.
Wie die Wim Wenders Stiftung mitteilte, wird der Film zunächst aus allen aktuellen Auswertungsformen zurückgezogen.
Nastassja Kinski kritisiert Szene seit Jahren
Im Mittelpunkt der Kontroverse steht eine rund zweiminütige Sequenz, in der die damals minderjährige Kinski mit nacktem Oberkörper zu sehen ist. Die Schauspielerin hatte nach eigenen Angaben wiederholt darum gebeten, die Szene aus dem Film zu entfernen.
In einem aktuellen Interview erklärte Kinski, dass sie bereits damals gespürt habe, dass die Situation nicht richtig gewesen sei. Trotz ihrer jungen Jahre habe sie verstanden, dass die Aufnahmen problematisch waren.
Wim Wenders bittet um Entschuldigung
In einer Stellungnahme räumte Wim Wenders nun erstmals ausdrücklich ein, dass die junge Schauspielerin damals besser hätte geschützt werden müssen. Als letzter noch lebender Hauptverantwortlicher des Films wolle er diese Verantwortung anerkennen.
„Dafür bitte ich Dich um Entschuldigung, Nastassja, ohne Wenn und Aber“, erklärte der Regisseur.
Gleichzeitig kündigte die Wim Wenders Stiftung an, einen breiten Austausch über den Umgang mit dem Film anzustoßen. Erst wenn eine gemeinsame Lösung gefunden sei – auch in Abstimmung mit Nastassja Kinski – solle „Falsche Bewegung“ wieder veröffentlicht werden.
Debatte über den Umgang mit Filmklassikern
Der Fall wirft erneut die Frage auf, wie mit problematischen Inhalten älterer Filme umgegangen werden sollte. Wenders hatte bereits zuvor erklärt, dass er eine solche Szene heute nicht mehr drehen würde. Gleichzeitig verwies er darauf, dass Werke immer auch im Kontext ihrer Entstehungszeit betrachtet werden müssten.
Mit dem vorläufigen Rückzug von Falsche Bewegung erhält die Diskussion über den Umgang mit filmischem Kulturerbe nun eine neue Dimension.