MB-Kritik

Ab durch die Mitte - Mit Vollgas durch Paris 2026

Christian Clavier
Rayane Bensetti
Julie Ferrier
Claire Chust
Charlotte Gabris
Martin Verset
Gilles Cohen
Jean-Luc Couchard
Léonard Berthet-Rivière
Cédric Moreau
Maria Verdi

Inhalt

Ein zu Unrecht entlassener Bauleiter stiehlt eine Million Euro aus dem Safe seines CEOs. Als er erfährt, dass seine Entlassung lediglich ein Test für eine Beförderung war, muss er sich auf eine verzweifelte und urkomische Mission begeben, um das Geld heimlich zurückzulegen, bevor sein Chef zurückkehrt.

Kritik

Wenn Christian Clavier (Asterix und das Königreich Nubien) in einer Szene Grégoire Vignerons (Der kleine Nick macht Ferien) tumber Ganove-Posse mit Fistelstimme und schlecht sitzender Perücke die Mutter seines Filmcharakters spielt, ist endgültig klar: Der französische Regisseur und Co-Drehbuchautor setzt die Messlatte für Humor nicht nur tief an, er gräbt sie förmlich ein. Was nicht bedeutet, dass die Gags in irgendeiner Form gewagt wären. Im Gegenteil wirkt das Konzept von Komik so abgedroschen wie die Prämisse. Zwei gegensätzlichen Typen fällt eine beträchtliche Geldsumme in die Hände, die es sicherzustellen gilt.

Natürlich haben der ehrgeizige Ingenieur eines korrupten Bauunternehmens, Stan (Rayane Bensetti, Voilà, Papa! - Der fast perfekte Schwiegersohnund der ergraute Safeknacker Hippolyte (Clavier) nicht die gleiche Vorstellung, was sicherstellen in Fall der den französischen Originaltitel gebenden Millionen bedeutet. Im Glauben er sei gefeuert entwendet Stan den Koffer voller Schmiergeld. Als sich die Kündigung als Irrtum herausstellt, entscheidet er sich doch für die traditionelle Karriere statt für die kriminelle. Um den Geldkoffer unbemerkt wieder zurückzulegen, engagiert er Hippolyte. Der ist zwar mittlerweile als Schlüsseldienst tätig, verfällt aber in alte Muster.

Der Koffer dient als klassischer. McGuffin, der wie zu erwarten mehrfach die Hände wechselt und teilweise entleert wird. Die daraus resultierende Jagd durch Paris verläuft allerdings eher schneckengleich. Zeitdruck oder Tempo kommen nie auf, Spannung erst recht nicht. Das einfallslose Drehbuch gibt keiner der Figuren Raum zu Entfaltung außer Claviers gleichermaßen unsympathischen und anstrengenden Hippolyte. Während das restliche Ensemble blass bleibt, sind Claviers bräsiges Spiel und Mangel komödiantischen Timings wie ein Bremsklotz an dramaturgischen Motor. Die austauschbare TV-Optik passt zum lieblosen Gestus der lahmen Fließband-Unterhaltung. 

Fazit

Nicht nur mangels Verve und Dynamik setzt Grégoire Vignerons plumpe Krimikomödie Staub an. Der spießbürgerliche Humor wird durch seine sexistischen und transfeindlichen Untertöne unangenehm reaktionär. Umso kalkulierter erscheinen plakative Ansätze, sich an einen ökologischen Zeitgeist anzubiedern. Die Figuren bleiben eindimensionale Karikaturen, denen das sichtlich unmotivierte Ensemble keinerlei Profil verleiht. Immerhin belässt es die verträgliche Laufzeit bei 88 Minuten, doch selbst die ziehen sich in die Länge. Der Versuch, an klassische Genre-Vorbilder anzuknüpfen, resultiert in einer faden Posse, die bei den falschen Vorbildern abguckt.

Autor: Lida Bach
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