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Inhalt

Der britische Medienmogul Carver will durch Manipulation und Intrigen England in einen Krieg mit China stürzen, denn schlechte Nachrichten bringen Geld. Nur James Bond kann ihn davon abhalten, durch seine Medienpräsenz einer der mächtigsten Männer der Welt zu werden. Achtzehnter Film der legendären James Bond – Reihe mit Pierce Brosnan in der Rolle des britischen Superagenten.
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Quelle: themoviedb.org

Kritik

So schnell kann es gehen. Nachdem der langwierige und eigentlich sehr verkomplizierte GoldenEye zum waschechten Überraschungshit wurde, schien das Feld nun ideal bestellt für den 18. Bond-Film. Das hat funktioniert, alles super, here we go. Aber so einfach ist das offensichtlich nicht und obwohl der kommerzielle Erfolg von Der Morgen stirbt nie diese (natürlich) subjektive Kritik Lügen straft: Alle guten bis sehr guten Ansätze des direkten Vorgängers wurden fast flächendeckend an die Wand gefahren. Das Unheil ist schon zu erahnen - nachdem der obligatorische Cold-Opener noch ganz passable über die Bühne gebracht wird -, sobald der Titelsong von Sheryl Crow so ziemlich das ödeste und irrelevanteste ist, was es seit Bestehen dieser Kategorie zu verzeichnen gibt. Jetzt kann und sollte ein Song nichts über einen Film per se aussagen, aber hier ist es so bezeichnend für den Qualitätsabfall. Von Tina Turners Power-Hymne zu dieser drögen Fahrstuhlnummer. Passt schon.

Die große Stärke von GoldenEye war die Kombination aus stark inszenierten Actionszenen und einem neuen Bond, den Pierce Brosnan irgendwo zwischen hartem Hund und lockerem Sunnyboy anlegte. Exakt das funktioniert diesmal kaum noch. Nach der exzellenten Arbeit von Martin Campbell übernimmt Roger Spottiswoode den Regieposten, dessen Vita sehr gemischt daherkommt. In den 80ern verantwortlich für z.B. das spannende Kriegs-Drama Under Fire, den grundsoliden Mörderischer Vorsprung oder auch die recht vernünftige Buddy-Komödie Scott & Huutsch, später aber auch der Mann hinter der Super-Gurke Stop! Oder meine Mami schießt. Der war buchstäblich ein Schuss ins eigene Knie und Der Morgen stirbt nie so was wie ein Überraschungs-Comeback auf der ganz großen Bühne, dass er hiermit aber nicht rechtfertigen konnte. Es gibt ein passables Set-Piece im zweiten Drittel, wenn Bond und die Dame der Saison, diesmal zunächst recht selbstbewusst verkörpert von Michelle Yeoh (Everything Everywhere All at Once) – die am Ende natürlich trotzdem nur eine weitere Kerbe im Bettpfosten wird -, auf einem Motorrad durch Saigon ausbüxen müssen. Das ist okay, aber eben nur eine Momentaufnahme und kein Vergleich zu selbst den kleinsten Action-Situationen im direkten Vorgänger, die durch die Bank hervorragend arrangiert waren. Zum Vergleich: Dort zerstörte Bond in einem Panzer eine ganze Innenstadt, nun fährt er mit einem ferngesteuerten Auto in der Parkgarage des Atlantic im Hamburg im Kreis. Große Klasse.

Das ist schon ein massives Downgrade, aber noch schlimmer ist der Auftritt von Brosnan bzw. das gesamte Drumherum. Von der vorherigen zumindest Teilzeit-Ruppigkeit keine Spur mehr, stattdessen verkommt er zum ständig akkurat gescheitelten Sprücheklopfer, der praktisch nur noch in flapsigen One-Linern kommuniziert. Nicht falsch verstehen, es war ja schon früh ein Stilmittel der Reihe, das Bond meist das Ableben eines gegnerischen Schergen mit einem flachen Spruch wegmoderierte, aber das kam zwei, maximal dreimal pro Film vor. Hier macht Brosnan gefühlt nichts anderes. Das ist kein cooler Actionheld, das ist ein Gigolo in einem Werbespot für Hugo Boss. Apropos Werbung, da kennt man hier auch gar kein Pardon. Ein derart dreistes und ständiges Product placement bzw. Namedropping grenzt in Sachen Aufdringlichkeit schon an Ralf Schumacher auf YouTube. Generell erinnern Dialoge und Bildsprache über weite Strecken eher an eine High Society-Seifenoper als an einen Agenten-Thriller, wozu auch die lieblose wie hirnrissige Story ihren Teil zu beiträgt.

Gute Darsteller*innen als Villain macht noch keinen guten Bond-Film, das mussten u.a. schon Christopher Lee (Der Mann mit dem goldenen Colt) oder direkt als Duo Christopher Walken & Grace Jones (Im Angesicht des Todes) am eigenen Leib feststellen und auch an der reinen Personalie Jonathan Pryce (Brazil) liegt es grundsätzlich nicht. Der müht sich und versucht als eine seltsam prophetische Steve Jobs-Karikatur alles, um diese saublöde Rolle noch irgendwie interessant zu gestalten. Leider ist sie verpackt in einen Plot, in dem ein Medien-Mogul einen Weltkrieg provozieren will, nur um als erster darüber berichten zu können und Senderechte in China abzugreifen. Aha, nun gut. Blödsinn ist bei Bond zwar sogar ausdrücklich erwünscht, aber dann gerne im ganz großen Shit. So wie bei Moonraker – Streng geheim, wenn die Menschheit ausgelöscht werden soll, um im Weltall eine neue Herrenrasse zu gründen. Das hier ist ein Armutszeugnis der Einfallslosigkeit. Immerhin haben wir mit Götz Otto (Der Untergang) zum zweiten Mal in Folge einen deutschen Bösewicht, der seinen Job gar nicht so schlecht macht. 

Fazit

Der Morgen stirbt vielleicht nie, die Hoffnung nach diesem Bauchklatscher aber schon gewaltig. Alles, was „GoldenEye“ erstaunlich richtig machte, läuft bereits beim direkten Nachfolger wieder gehörig schief. Ein aalglatter Bond in einem Hochglanz-Langeweiler ohne gute Ideen und inszenatorischem Big-Budget-Mittelmaß. Eine so krasse Diskrepanz zwischen zwei direkt aufeinanderfolgenden Filmen (mit gleicher Besetzung) gab es bisher noch nie. Hoffentlich nur ein Ausrutscher…?

Kritik: Jacko Kunze

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