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Lenny ist ein Gangster alter Schule und weiß, wen man schmieren muss: Er hat alle großen Tiere fest im Griff, Bürokraten, Broker und Bandenchefs. Wenn er zum Hörer greift, lösen sich Behördenprobleme in Luft auf. Doch Lennys rechte Hand Archy erinnert ihn immer wieder daran, dass London zur Drehscheibe sich wandelnder Zeiten wird: Mächtige Mafiosi aus dem Osten, hungrige Straßenganoven und alle, die sich auf den Ebenen dazwischen tummeln, wollen die Business-Regeln der Unterwelt zu ihren Gunsten ändern. Wer im richtigen Moment zupackt, kann Millionen abstauben. Wer ein Stück vom Kuchen haben will, muss intrigieren, übers Ohr hauen und die Samthandschuhe zu Hause lassen. Während sich die tollen Hechte und kleinen Fische gegenseitig die Brocken wegschnappen, plant Lenny seinen letzten, ganz großen Coup. Und dabei spielt ausgerechnet Rockstar- Junkie Johnny Quid, Lennys angeblich toter Stiefsohn, das Zünglein an der Waage.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Keine andere Stadt der Welt hat derart unter der Finanzkrise zu leiden wie London. 2010 sah sich Englands Hauptstadt mit der schlimmsten Rezession seit 20 Jahren konfrontiert. Zu lange hatte man über den eigenen Verhältnissen gelebt, die wirtschaftliche Sonnenfinsternis war letztlich nur eine Frage der Zeit. RockNRolla von Guy Ritchie (King Arthur: Legend of the Sowrd) spielt indes vor der Finanzkrise und versteht die britische Metropole noch als unerschütterliches Mekka des Kapitals. Scheffeln, Prassen, Verschwenden. Ein Schlaraffenland des Wohlstands. Lenny Cole (Tom Wilkinson, Michael Clayton) hat sich als Immobilien-Pate nicht nur eine goldene Nase verdient, seine Macht entspringt inzwischen seiner Kontrolle über Londons Baugewerbe. Und natürlich nutzt er diese Macht nach Strich und Faden aus, um sich die goldene Nase noch weiter vergolden zu lassen.

Seine leichteste Übung ist es dabei, den Erwerb einer Konzession auszusprechen, um diese dann durch den Einfluss eines politischen Funktionärs verhindern zu lassen und somit die persönliche Schuldenliste um einige arme Seelen zu erweitern. Wie zum Beispiel One Two (Gerard Butler, Angel Has Fallen), Mumbles (Idris Elba, Bastille Day) und Bob (Tom Hardy, The Dark Knight Rises), die Lenny vollkommen kompromisslos auflaufen lässt. Urplötzlich steht das Trio bei dem Mobster mit satten zwei Millionen Pfund in der Kreide. Diese Verwicklung aber ist nur der Aufhänger, der das Narrativ von RockNRolla ins Rollen bringt. Die Verstrebungen zwischen den Charakteren und Institutionen dehnen sich zu einer stetig unter Strom stehenden Kausalitätskette aus, an derem Ende letztlich nur der Tod stehen kann. Jedenfalls für einige der Beteiligten.

Originell ist RockNRolla nicht, die inszenatorische Frische eines Bube, Dame, König, GrAs oder Snatch – Schweine und Diamanten konnte Guy Ritchie ohnehin nie wieder erreichen. Mag seine Handschrift auch in der hiesigen Unterwelt-Groteske deutlich zu erkennen sein, Ritchie hält sich inzwischen nicht mehr nur im Schatten der unerreichbaren Vorbilder wie Quentin Tarantino (Pulp Fiction) und Martin Scorsese (GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia) auf. Er verkehrt nunmehr auch in seinem eigenen Schatten. Nach Revolver mit Ray Liotta und Jason Statham, dem mutig-existenzialistischen, aber auch vollkommen Symbol-überfrachteten Diskurs über den Feind in uns Selbst, der sich im Schatten unserer Angst verbirgt, erscheint RockNRolla wie die bauchige Rückbesinnung auf die eigenen Stärken. Wie die Stilübung eines einstigen Kultregisseurs, der noch einmal all seine Lässigkeit unter Beweis stellen möchte.

Und unter diesem Blickpunkt überzeugt RockNRolla. Er möchte nicht mehr die großen Themen bemühen, sondern begreift sich selbst als knackiger Oberflächenrausch, bei dem der Titel Programm ist. Dynamisiert durch (gewohnt rhetorisch ausgefeilte) Dialoge und einem famosen Soundtrack (bestehen aus Lou Reed, The Subways und Scientists), werden Gerard Butler, Idris Elba, Tom Hardy, Mark Strong (Syriana), Toby Kebbell (Destroyer) und Thandie Newton (Westworld) in rasanten Schnittfolgen durch das halbseidene Gewerbe gepeitscht und dürfen sich dabei ganz dem künstlerischen (Oberflächen-)Anspruch des Regisseurs hingeben: Es geht um Tempo, Rhythmus, Flow, Bewegung und Ästhetik. Mag RockNRolla inhaltlich auch kaum ergiebig sein (vor allen in Anbetracht der Vorbilder), so bleibt der Film dennoch ein Beleg dahingehend, dass Guy Ritchie sich durch den ein oder anderen kommerziellen Misserfolg weder sein Stil-, noch sein Selbstbewusstsein nehmen lässt.

Fazit

Sicherlich nicht auf dem Niveau von "Bube, Dame, König, grAs" oder "Snatch – Schweine und Diamanten", aber künstlerisch deutlich runder als der hoffnungslos bedeutungsschwangere "Revolver" von 2005. Guy Ritchie grast hier Gefilde ab, denen es durchweg an Originalität mangelt, inhaltlich hat "RockNRolla" kaum etwas zu bieten. Dafür überzeugt dieser Ausflug in die Londoner Macho-Unterwelt durch seine schwungvolle Inszenierung, in der Ritchie alles auf Geschwindigkeit, Style und Flow setzt. Das mag nicht ikonisch oder wirklich kultig sein, aber ein launig-schnittiger Beleg für das Stil- und Selbstbewusstsein des britischen Filmemachers ist der Film definitiv.

Autor: Pascal Reis

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