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Inhalt

Der misanthropische Ex-Cop Joong-ho (Kim Yun-seok), der nach einer Korruptionsaffäre vom Dienst suspendiert wurde, verdient sein Geld inzwischen als Zuhälter. Als nach und nach seine Callgirls verschwinden, vermutet er erst, dass diese sich einfach aus dem Staub gemacht haben. Dann jedoch fällt ihm ein Muster auf: Bei jedem Mädchen ist die gleiche Telefonnummer als letzter Kunde eingetragen. Da seine ehemaligen Kollegen bei der Polizei der Spur nicht nachgehen wollen, stellt Juong-ho auf eigene Faust Ermittlungen an. Doch die Zeit drängt, denn auch sein letztes noch verbleibendes Callgirl, die junge, alleinerziehende Mutter Mi-jin (Seo Yeong-hie), ist inzwischen in die Fänge des Killers (Ha Jung-woo) geraten…

Kritik

Südkorea ist bereits sei einigen Jahren die Heimat von Genreperlen und expliziter Thrillerkost. Eine Anlaufstelle für all jene, die von westlichen Beiträgen gelangweilt und schlichtweg nicht mehr überrascht werden. Verständlich, denn dieses südkoreanische Kino bedient nicht nur andere Sehgewohnheiten, sondern folgt augenscheinlich auch weniger Regeln. The Chaser ist einer dieser Filme und wird wohl noch beeindruckender, wenn man erwähnt, dass es sich dabei sogar um das Regiedebüt von Na Hong-jin (The Wailing) handelt. Eom Joong-ho (kaltschnäuzig: Kim Yoon-seok) ist ein recht typischer Protagonist dieses Kinos, zeichnet er sich doch vor allem durch ambivalente Charakterzüge aus und ist keinesfalls die liebenswerte Hauptfigur, die man oftmals serviert bekommt. Ihm entgegen steht der nicht minder gewaltbereite Ji Yeong-min (unterschwellig verrückt: Ha Jeong-woo), der dankenswerterweise nicht auf übertriebene Art psychologisiert wird, sondern als unberechenbarer Gegenspieler stets eine ungewisse Bedrohung bleibt.

Wie viele Rachefilme verlässt sich The Chaser auf ein ebenso wirksames wie simples Ursache-Wirkung Prinzip, welches jedwede Gewalt als Bestrafung eines noch brutaleren Übels rechtfertigt. Daran ist in diesem Fall jedoch nichts verwerflich, denn weder führen die benutzen Mittel zu wirklichem Erfolg, noch scheint der Film etwas Erbauliches in seinen expliziten Spitzen zu sehen. Vielmehr nutzt er diese Momente um die Dringlichkeit hinter den thematisierten Problemen zu betonen und das Bild einer zerrütteten Gesellschaft weiter zu verdichten. The Chaser erzählt parallel zu seinem ausladenden Racheplot eine Vielzahl an Geschichten, etwa die von perspektivlosen Polizisten und Frauen, die ihren Körper verkaufen und die nach ihrem Ableben keiner vermisst. Menschen, die aus gesellschaftlicher Sicht verzichtbar sind, schlichtweg nicht existieren oder sogar gerne verschwinden dürfen. Das ist besonders bitter, denn ebenso rigoros springt auch der Film mit ihnen um.

Mit fast schon diebischer Begeisterung macht sich The Chaser daran Druck und Anspannung aus der Erwartungshaltung des Zuschauers zu generieren. Wenn der vermeintliche Zufall bestimmte Figuren aufeinanderprallen lässt, der Betrachter bereits auf das unweigerliche Ende der Begegnung wartet und Regisseur Na das Unabwendbare weiter hinauszögert, dann sind das Momente, die in ihrer kalkulierten Eskalation Musterbeispiele für einen gelungenen Spannungsaufbau darstellen. Aufgelöst werden diese manchmal ebenso intelligent, wie sie an anderer Stelle in eine plumpe Gewaltorgie münden, denn nicht immer findet der Film das richtige Gleichgewicht aus dem was er explizit zeigen sollte und dem was nur subtil angedeutet wird. The Chaser ist durch und durch kompromissloses Thrillerkino, dynamisch in Szene gesetzt und noch dazu gesellschaftspolitisch überaus aktuell.

Fazit

„The Chaser“ ist kompromissloses und dreckiges Genrekino, mit seinen gesellschaftskritischen Anleihen stets am Puls der Zeit und durch seine unbequemen Gewaltspitzen unfassbar effektiv. In eine regnerische und dreckige Großstadtkulisse gehüllt erzählt das Debüt von Na Hong-jin eindrucksvoll vom Überschreiten der eigenen Grenzen im Angesicht der moralischen Fragwürdigkeit von Rache und Gewalt.

Autor: Dominic Hochholzer

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