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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Der geheimnisvolle Tae-Sik Cha (Bin Won) lebt seit Jahren zurückgezogen als Pfandverleiher. Sein Alltag ist hierbei trist, grau und einsam. Nur die Tochter der Nachbarin, die junge So-Mi Jeong (Sae-ron Kim), scheint eine Verbindung zu ihm aufgebaut zu haben. Als So-Mis Mutter allerdings eines Tages einen Drogendiebstahl begeht, legt sich diese mit den falschen Leuten an. So-Mi wird samt ihrer Mutter entführt und Tae-Sik gerät in ein Gewirr aus Drogen-, Organhandel sowie Sklavenarbeit. Um die kleine So-Mi befreien zu können, muss Tae-Sik für die skrupellosen Gangster als Kurier fungieren. Doch die Sache erweist sich als Falle. Fortan wird er nicht nur von den Gangstern verfolgt, sondern auch von der Polizei. Allerdings weiß sich Tae-Sik durch seine Vergangenheit recht gut zu helfen. Schnell werden so die Peiniger selbst zu Gejagten…

Kritik

In den letzten Jahren ist das koreanische Kino zu einer festen Größe im internationalen Filmmarkt geworden. Nicht zuletzt präsentierten das Titel wie Oldboy, The Chaser, Joint Security Area, Brotherhood oder A Bittersweet Life. Diese ließen Zuschauer wie Kritiker aufhorchen. Besonders das Thema Rache scheint hierbei ein beliebtes Motiv in Seouls-Traumfabrik zu sein, wie Regisseur Jee-woon Kim zuletzt mit dem düsteren I Saw the Devil eindrucksvoll bewies. Nun folgt mit The Man from Nowhere ein weiterer Actionfilm aus Südkorea, der mit Regisseur Jeong-beom Lee zudem einen Newcomer präsentiert. Das Bildgewaltige Werk kann dabei nicht nur in Sachen Inszenierung punkten, sondern offenbart auch eine komplexe vielschichtige Geschichte sowie mit Bin Won einen grandiosen Hauptdarsteller, den man nicht so schnell vergisst. Zumindest in Südkorea wurde der Film ein absoluter Publikumsmagnet. Hier erscheint er zwar nur auf DVD/Blu-ray, doch dies sollte kein Hinderungsgrund sein, um dieses überraschend gelungene Werk zu genießen.

Mit The Man from Nowhere dürfte Regisseur Jeong-beom Lee den einen oder anderen überrascht haben. Denn während sein erster Film Yeolhyeol-nama keineswegs ein Kritikerliebling war, überzeugte der Actionfilm rund um den wortkargen Held Tae-Sik nicht nur an den Kinokassen in Südkorea, sondern strich auch etliche einheimische Preise ein. Die scheinbar simple Rachgeschichte, erweist sich hierbei als Zugkraft des Films. Denn anders als bei vielen Genre-Vertretern, steht eine tiefe Handlung sowie die Charaktere im Vordergrund, während die Action selbst stets nur ein Stilmittel bleibt. Die so präsentierte Story, zeigt sich vielschichtig, dramatisch, spannend sowie überraschend. Besonders die ungewöhnliche Beziehung zwischen Tae-Sik und So-Mi  überzeugt durch ihre deutlich eigenwillige Art. Zwar lassen sich starke Ähnlichkeiten zu Léon – Der Profi nicht verleugnen, doch dies bildet nur den Auftakt für 119 Minuten gelungene Thriller-Kost der blutigen Art. Allerdings verlangt Lee anfangs viel Geduld von seinen Zuschauern. So ist die anfängliche Erzählart zu gemächlich und auch die vielen Nebenplots erweisen sich als deutlich undurchsichtig. Spätestens ab dem zweiten Drittel jedoch, kann Lee sein ganzes Potenzial entfalten. Fortan darf Tae-Sik nicht nur seine Amoktour durch die Stadt beginnen, sondern auch die düstere Atmosphäre die richtige Stimmung verbreiten.

Die Welt die hierbei Regisseur Jeong-beom Lee, der auch als Drehbuchautor fungiert, offenbart, zeigt sich dunkel, melancholisch und abartig. Die kriminellen sind nur auf ihren eigenen Profit aus und lassen dafür selbst Kinder bis zum äußersten ausbluten. Um So-Mi retten zu können, muss Tae-Sik in diesen Moloch eintauchen und sich gegen allerhand Gangster zur Wehr setzen. Dies fühlt sich zwar an wie 96 Hours mit Liam Neeson, kann aber durch ein paar eigene Ideen überzeugen. So bleiben in The Man from Nowhere die Bösewichter keineswegs Gesichtslose Schießbudenfiguren. Stets etwas psychopatisch aber auch wahnsinnig und ein wenig unfreiwillig amüsant, bilden sie einen guten Gegenpart zu dem recht stummen Tae-Sik (grandios gespielt von Bin Won). Es entbrennt zwischen beiden Fraktionen ein regelrechter Krieg, der besonders auf gut geplante Schachfiguren setzt. Die Polizei jedoch, liegt meist zwei Züge zurück und kann erst im Finale ihr Geschick beweisen. Das Tempo dass Jeong-beom Lee hierbei an den Tag legt, ist durchaus rasant, was zusammen mit dem hervorragenden Score immer wieder für fantastische Momente sorgt. Die Musik ist gut getimt, passend und untermalt die jeweilige Szenerie mit ihren meist eindringlichen Stücken. So werden nicht nur gekonnt Emotionen auf den Zuschauer übertragen, sondern auch die Intensität auf ein hohes Level gebracht. Überhaupt gehört der Sound ganz klar zur Genre-Spitze. Denn was in Sachen Geräuschkulisse sowie Waffensounds präsentiert wird, bringt nicht nur ein realistisches Setting, sondern ist auch laut und glasklar.

Trotz der kleineren Schwächen in Geschichte und Erzählweise, kann Regisseur Jeong-beom Lee spätestens bei der Action jeden Zweifel ausräumen. Zwar ist diese wohl dosiert, dafür aber umso spannender und überaschender. Der hervorragend ausgebildete Tae-Sik ist ein Profi in Martial-Arts, Waffenkunde sowie Messerangriff. Kein Wunder also, dass The Man from Nowhere eine FSK 18 Einstufung erhielt. Die Mann gegen Mann Kämpfe sind blutig, furios inszeniert, gut choreografiert und mit einer gelungenen Inszenierung untermalt. Doch vor allem der Showdown, dürfte für staunende Gesichter sorgen. Besonders die vielen Messerkämpfe, gehören zu den besten die jemals das Licht der Filmwelt erblickt haben. Das Finale selbst indes, wird für den einen oder anderen nicht konsequent genug sein, was für etwas Enttäuschung sorgt.

Fazit

Mit "The Man from Nowhere" liefert Regisseur Jeong-beom Lee einen durchweg gelungenen Action-Trhiller ab, der besonders durch seine tiefe Geschichte sowie die furiose Inszenierung überrascht. Doch auch in Sachen Action wie Intensität, braucht sich die zweite Arbeit des Koreaners keinesfalls gegenüber der Konkurrenz verstecken. Wer auf düstere wohl bedachte Rachefilme steht, sollte sich diesen Überraschungshit keinesfalls entgehen lassen.

Autor: Thomas Repenning

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