The Wrecking Crew präsentiert sich als Actionfilm mit einer recht simplen Prämisse: Zwei Halbbrüder, der ungestüme Polizist und der disziplinierte Navy SEAL, müssen sich zusammentun, um die Hintergründe des Mordes an ihrem Vater in Hawaii aufzudecken. Die Idee eines Konflikts zwischen zwei so unterschiedlichen Charakteren hätte durchaus Potenzial für Spannung und Dynamik. Leider verläuft der ständige Streit der Brüder häufig ins Leere und bremst die Geschichte mehr, als dass er sie vorantreibt. Die beiden Dune-Darsteller Dave Bautista und Jason Momoa (die bereits in der Serie See – Reich der Blinden aufeinandergetroffen sind) bringen zweifellos die nötige Präsenz mit, doch die Chemie der beiden wird zu selten produktiv genutzt, sodass das zentrale Brüderpaar mehr durch seine Gegensätze auffällt als durch ein gemeinsames Ziel.
Action unter der klinischen Sonne Hawaiis
Die wenigen Actionszenen, die der Film bietet, zeigen jedoch, dass er handwerklich einiges zu bieten hat. Besonders die Nahkampfsequenzen entfalten Kraft und Kinetik, was nicht zuletzt an Kameramann Matt Flannery liegt, der bereits bei den The Raid-Filmen für packende Actionbilder sorgte. Wenn die Fäuste fliegen, spürt man die physische Energie, und die Szenen machen Lust auf mehr. Leider sind diese Momente rar gesät, und sobald die Action größenmäßig ausartet, wirkt das Ergebnis oft digital und leblos – ein klarer Bruch mit den intensiven Nahkämpfen, die der Film sonst zu liefern weiß.
Das Hawaii-Setting trägt angenehm zur recht klinischen Atmosphäre bei. Die sonnigen Strände und exotischen Kulissen vermitteln eine leichte Urlaubsstimmung und lockern die ansonsten eher schwerfällige Handlung auf. Denn die Geschichte selbst bleibt überraschend dünn. Vieles wird unnötig ausgedehnt und übererklärt, wodurch das ohnehin einfache Gerüst des Plots unnötig in die Länge gezogen wird. Mit einer Laufzeit von über zwei Stunden fühlt sich der Film oft zäh und zieht sich deutlich. Typische Streaming-Krankheiten wie unnötige Expositionen und langatmige Szenen tragen dazu bei, dass die Spannung nie wirklich hochkocht.
Ulkig und brutal, insgesamt aber höhstens Mittelmaß
Der Tonfall des Films wirkt zudem ungleichmäßig. Mal nähert sich The Wrecking Crew einer ulkigen Buddy-Comedy, dann überrascht er mit brutaler Action, um anschließend in Richtung Krimi zu schielen, der jedoch nie richtig Spannung erzeugt. Keine dieser Facetten ist grundsätzlich verkehrt, doch keine hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Die Actionmomente stechen hervor, alles andere bleibt eher Mittelmaß.
Ein weiteres Problem sind die vielen Nebenfiguren, die oft mehr stören als bereichern. Sie wirken teils überflüssig und strapazieren das Nervenkostüm, statt die Geschichte zu verdichten. Regisseur Ángel Manuel Soto konnte mit seinem unterschätzten Blue Beetle (2023) bereits zeigen, dass er mit Figurenführung und Balance besser umgehen kann. Hier wirkt sein Film dagegen überladen und inkohärent.
Insgesamt ist The Wrecking Crew ein Film, der handwerklich solide, in den wenigen Actionsequenzen sogar überzeugend ist, aber darunter leidet, dass die Erzählung zu langatmig, ungleichmäßig und überfrachtet mit Nebenhandlungen wirkt. Bautista und Momoa liefern eine Präsenz, die den Film zusammenhält, doch sie allein können die strukturellen Schwächen nicht ausgleichen. Wer sich von sommerlicher Kulisse und vereinzelter Action tragen lassen möchte, wird kurzweilige Unterhaltung finden, doch cineastisch setzt der Film kaum bleibende Akzente.