4.2

MB-Kritik

The Wrecking Crew 2026

Action, Comedy

4.2

Jason Momoa
Dave Bautista
Claes Bang
Temuera Morrison
Jacob Batalon
Frankie Adams
MIYAVI
Stephen Root
Morena Baccarin
Lydia Peckham
Roimata Fox
Branscombe Richmond
Maia Kealoha
David Hekili Kenui Bell
Mike Edward

Inhalt

Die entfremdeten Halbbrüder Jonny (Jason Momoa) und James (Dave Bautista) werden durch den mysteriösen Tod ihres Vaters gezwungen, zusammenzuarbeiten. Während sie versuchen, die Umstände seines Ablebens zu ergründen, kommen tief verborgene Familiengeheimnisse ans Licht, die ihre Loyalität auf eine harte Probe stellen. Ihre Nachforschungen führen sie in das Herz einer weitreichenden Verschwörung, die droht, ihre Familie endgültig zu zerstören. Um die Wahrheit aufzudecken, müssen die ungleichen Brüder ihre Differenzen überwinden. Als titelgebende „Wrecking Crew“ sind sie bereit, alles zu zertrümmern, was sich ihnen in den Weg stellt.

Seit 28. Januar 2026 exklusiv bei Prime Video

Kritik

The Wrecking Crew präsentiert sich als Actionfilm mit einer recht simplen Prämisse: Zwei Halbbrüder, der ungestüme Polizist und der disziplinierte Navy SEAL, müssen sich zusammentun, um die Hintergründe des Mordes an ihrem Vater in Hawaii aufzudecken. Die Idee eines Konflikts zwischen zwei so unterschiedlichen Charakteren hätte durchaus Potenzial für Spannung und Dynamik. Leider verläuft der ständige Streit der Brüder häufig ins Leere und bremst die Geschichte mehr, als dass er sie vorantreibt. Die beiden Dune-Darsteller  und  (die bereits in der Serie See – Reich der Blinden aufeinandergetroffen sind) bringen zweifellos die nötige Präsenz mit, doch die Chemie der beiden wird zu selten produktiv genutzt, sodass das zentrale Brüderpaar mehr durch seine Gegensätze auffällt als durch ein gemeinsames Ziel.

Action unter der klinischen Sonne Hawaiis

Die wenigen Actionszenen, die der Film bietet, zeigen jedoch, dass er handwerklich einiges zu bieten hat. Besonders die Nahkampfsequenzen entfalten Kraft und Kinetik, was nicht zuletzt an Kameramann Matt Flannery liegt, der bereits bei den The Raid-Filmen für packende Actionbilder sorgte. Wenn die Fäuste fliegen, spürt man die physische Energie, und die Szenen machen Lust auf mehr. Leider sind diese Momente rar gesät, und sobald die Action größenmäßig ausartet, wirkt das Ergebnis oft digital und leblos – ein klarer Bruch mit den intensiven Nahkämpfen, die der Film sonst zu liefern weiß.

Das Hawaii-Setting trägt angenehm zur recht klinischen Atmosphäre bei. Die sonnigen Strände und exotischen Kulissen vermitteln eine leichte Urlaubsstimmung und lockern die ansonsten eher schwerfällige Handlung auf.  Denn die Geschichte selbst bleibt überraschend dünn. Vieles wird unnötig ausgedehnt und übererklärt, wodurch das ohnehin einfache Gerüst des Plots unnötig in die Länge gezogen wird. Mit einer Laufzeit von über zwei Stunden fühlt sich der Film oft zäh und zieht sich deutlich. Typische Streaming-Krankheiten wie unnötige Expositionen und langatmige Szenen tragen dazu bei, dass die Spannung nie wirklich hochkocht.

Ulkig und brutal, insgesamt aber höhstens Mittelmaß

Der Tonfall des Films wirkt zudem ungleichmäßig. Mal nähert sich The Wrecking Crew einer ulkigen Buddy-Comedy, dann überrascht er mit brutaler Action, um anschließend in Richtung Krimi zu schielen, der jedoch nie richtig Spannung erzeugt. Keine dieser Facetten ist grundsätzlich verkehrt, doch keine hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Die Actionmomente stechen hervor, alles andere bleibt eher Mittelmaß.

Ein weiteres Problem sind die vielen Nebenfiguren, die oft mehr stören als bereichern. Sie wirken teils überflüssig und strapazieren das Nervenkostüm, statt die Geschichte zu verdichten. Regisseur  konnte mit seinem unterschätzten Blue Beetle (2023) bereits zeigen, dass er mit Figurenführung und Balance besser umgehen kann. Hier wirkt sein Film dagegen überladen und inkohärent.

Insgesamt ist The Wrecking Crew ein Film, der handwerklich solide, in den wenigen Actionsequenzen sogar überzeugend ist, aber darunter leidet, dass die Erzählung zu langatmig, ungleichmäßig und überfrachtet mit Nebenhandlungen wirkt. Bautista und Momoa liefern eine Präsenz, die den Film zusammenhält, doch sie allein können die strukturellen Schwächen nicht ausgleichen. Wer sich von sommerlicher Kulisse und vereinzelter Action tragen lassen möchte, wird kurzweilige Unterhaltung finden, doch cineastisch setzt der Film kaum bleibende Akzente.

Fazit

"The Wrecking Crew" punktet mit soliden bis guten Actionsequenzen und der Präsenz von Dave Bautista und Jason Momoa. Die ungleichmäßige Inszenierung und typische Streaming-Krankheiten wie Länge und übermäßige Exposition verhindern jedoch, dass der Actionfilm sein volles Potenzial entfaltet und am Ende eher egal als einnehmend wirkt.

Autor: Sebastian Groß
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