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Inhalt

Michael Boll hat alles, wovon man träumen kann: einen gut bezahlten Job, glänzende Karriereaussichten und eine reizende Verlobte aus gutem Haus. Nur mit seinem Durchsetzungsvermögen hapert es. Das ändert sich, als er Alex trifft. Mit umwerfendem Charme und exzessivem Lebensstil zieht dieser den angepassten Yuppie in einen Dunstkreis voller Gefahren. Michael findet zunächst Gefallen an den wilden Parties, Drogen und kriminellen Deals. Doch dann geht ihm die schreckliche Wahrheit auf: Alex' Freundschaft hat ihren Preis.

Kritik

„Wer sich mit dem Teufel ins Bett legt, muss irgendwann mit ihm bumsen.“

Michael (James Spader, Secretary – Womit kann ich dienen?) ist viel zu angstbesetzt, als dass er in der Lage wäre, zu seiner Meinung zu stehen. Er gehört zu den Menschen, die immer nur hinnehmen, einstecken und ertragen. Wenn seine Verlobte Ruth (Marcia Cross, Desperate Housewives) von ihren Zukunftsplänen spricht, von Kindern und von Heirat, bekommt Michael Magenschmerzen, die er kurz darauf natürlich reflexartig relativiert: Ganz bestimmt war es nur das Essen. Auf der Arbeit wird ihm eine wichtige Datei über Devisenkäufe entwendet, die darüber entscheidet, ob er den Posten des leitenden Analytikers bei einer Vermögensverwaltung in Downtown Los Angeles erhält. Er weiß, dass sein Kollege Patterson (Tony Maggio, Der Ring der Musketiere) der Schuldtragende daran ist, aber was kann er schon groß dagegen unternehmen? Wer würde ihm schon glauben? 

Das Leben von Michael aber wird sich schlagartig verändern, als ihm der gleichermaßen charmante wie aufregende Alex (Rob Lowe, Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll) über den Weg läuft. Eine schicksalhafte Begegnung, die zu Anfang den Anschein erweckt, als wäre der attraktive Fremde tatsächlich die Person, die Michael so bitter nötig hat, hilft Alex ihm doch, sich von allen Verpflichtungen und Fesseln zu lösen. Nein, viel mehr noch: Alex zeigt Michael auf, wie viel Potenzial zum Aufbegehren eigentlich in ihm schlummert. Die Nachtwelt der Stadt der Engel erstrahlt urplötzlich in ihrer grenzenlosen Fülle an Möglichkeit. Alkohol fließt, Frauen werden abgeschleppt und die bedrängende Verlobte? Auf einer Familienfeier ihrer Eltern schiebt Alex kurzerhand ein Video in den Rekorder, welches Michael beim hemmungslosen Geschlechtsverkehr mit einer anderen Frau zeigt. Jackpot.

Curtis Hanson (L.A. Confidential) erzählt mit Bad Influence – Todfreunde aber nicht nur von einem Weichei, das die Schalen ihres kümmerlichen Daseins platzen lässt. Er erzählt vielmehr vom Preis, den ein Mensch zahlen muss, wenn er den Entschluss fasst, auszubrechen. In diesem Fall nämlich ist Alex keinesfalls der unterstützende Motivator, der ausschließlich nach altruistischen Motiven handelt. Er ist ein verschlagener Psychopath, der Michael sukezessive in ein perverses Spiel aus Macht und Manipulation hineinzieht. Tonal orientiert sich Curtis Hanson, der hier ein Drehbuch von David Koepp (Jurassic Park, Carlito's Way) adaptiert, an der omnipräsenten Düsternis des klassischen Noir-Kinos. Die Charaktere sind durchtrieben und berechnend – und sollten sie immer noch so etwas wie eine moralische Instanz mit sich tragen, so werden sie sich dennoch die Hände schmutzig machen.

Interessant dabei zu sehen ist, wie der durchweg die Luft der 1980er Jahre atmende Bad Influence – Todfreunde die beiden Hauptdarsteller gezielt gegen den Strich besetzt. Während James Spader in der Vergangenheit bereits sinistere Persönlichkeiten porträtieren konnte, darf er sich nun als Protagonist der Geschichte verdient machen und Rob Lowe den Posten des niederträchtigen Gegenspielers überlassen. Das funktioniert durchaus und ermöglicht dem Zuschauer auch einen neuen Blick auf die schauspielerische Bandbreite der Akteure. Allerdings bleibt der Film an und für sich etwas zu zahm und zu glatt im Umgang mit der Konfrontation zweier (eigentlich) von Grund auf verschiedener Männer. Hansons Inszenierung fehlt die schockierende Schärfe, die Dringlichkeit, den gesellschaftlichen Grenzkontakt in aller Gnadenlosigkeit auszuloten. Sehenswert ist Bad Influence – Todfreunde fraglos, aber er hätte durchaus den Mut aufweisen können, bösartiger zu sein.

Fazit

Mit "Bad Influence – Todfreunde" liefert "L.A. Confidential"-Regisseur Curtis Hanson einen durchaus stimmungsvollen Eintrag in das frühe 1990er Jahre Kino ab, auch wenn diesem der Chic der 1980er Jahre immer noch in jeder Szene anhaftet. Die Geschichte um einen jungen Mann, der aus seinem Alltagskäfig ausbricht und dafür einen hohen Preis bezahlen muss, fehlt es zwar etwas an inszenatorischer Schärfe, die guten Darsteller und die kompetente Regie aber erklären den Film zu einer sehenswerten Seherfahrung.

Autor: Pascal Reis

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