Von Stu am Montag, 16 Februar 2026, 20:30 Uhr
Bildnachweis: © Paramount | Szene aus "Der Pate"
Der amerikanische Schauspieler und Oscar-Preisträger Robert Duvall ist am Abend des 15. Februar 2026 im Alter von 95 Jahren in seinem Zuhause in Middleburg, Virginia, friedlich verstorben. Die traurige Nachricht gab seine Ehefrau Luciana am Montag über soziale Medien bekannt. Duvall hinterlässt ein unvergleichliches filmisches Vermächtnis und gilt als einer der größten Charakterdarsteller der Filmgeschichte.
Die frühen Jahre und der Weg zum Film
Robert Selden Duvall wurde am 5. Januar 1931 in San Diego, Kalifornien geboren und wuchs zum Teil in Annapolis, Maryland, auf. Schon früh entdeckte er seine Leidenschaft für die Schauspielerei, die ihn nach seiner Ausbildung an der Universität von North Carolina und späteren Studien in New York führte. Dort arbeitete er auf der Bühne und entwickelte seine Technik in klassischen Theaterproduktionen, bevor er den Weg nach Hollywood fand und dort zunächst im TV auftrat.
Sein Leinwanddebüt gab Duvall 1962 als Boo Radley in der Literaturverfilmung Wer die Nachtigall stört, einem Filmklassiker, in dem er neben Gregory Peck erste Aufmerksamkeit erregte. In den folgenden Jahren etablierte er sich als talentierter Charakterdarsteller mit einer außergewöhnlichen Bandbreite von Rollen, die sein späteres Werk prägten.
Ikonische Meisterwerke und filmische Höhepunkte
Duvalls Karriere ist gespickt mit Rollen, die nicht nur populär, sondern kulturell bedeutend sind. Sein Durchbruch gelang mit der Rolle des Tom Hagen in Der Pate (1972), für die er seine erste Oscar-Nominierung erhielt und die ihn als festen Bestandteil des Hollywood-Kanons etablierte. Auch zwei Jahre später in Der Pate 2 übernahm er erneut die Rolle und verfestigte nicht nur seinen Ruf, sondern auch seine kreative Partnerschaft mit Regie-Legende Francis Ford Coppola, für den er auch eine Nebenrolle in Der Dialog (1974) übernahm.
1979 sorgte Coppola dann endgültig dafür, dass Robert Duvall Filmgeschichte schrieb, in dem er ihm die Rolle des charismatischen Lieutenant Colonel Kilgore in Apocalypse Now gab. Dank Duvalls unverwechselbare Präsenz auf der Leinwand gehören seine Szenen mit zu den besten dieses Meisterwerks. Vor allem ein Zitat machte ihn weltberühmt, auch wenn es meistens stark verkürzt zitiert wird. Hier die volle Version:
Kilgore: Smell that? You smell that?
Lance: What?
Kilgore: Napalm, son. Nothing else in the world smells like that. I love the smell of napalm in the morning. You know, one time we had a hill bombed, for 12 hours. When it was all over, I walked up. We didn't find one of 'em, not one stinkin' dink body. The smell, you know that gasoline smell? The whole hill. Smelled like... victory. Someday this war's gonna end.
Weitere Meilensteine seines Schaffens sind unter anderem THX 1138 (1971), Network (1976), Die Körperfresser kommen (1978), Der Unbeugsame (1984) Colors - Farben der Gewalt (1988) oder Falling Down (1993). 1984 wurde Duvall mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller für Comeback der Liebe ausgezeichnet, einem bewegenden Drama über einen ehemaligen Country-Musiker auf der Suche nach Erlösung.
Ein Leben vor der Kamera – bis ins hohe Alter
Auch im fortgeschrittenen Alter blieb Duvall ein gefragter Schauspieler. Seine Filmografie umfasst vielfältige Werke wie Sling Blade (1996), Deep Impact (1998), Nur noch 60 Sekunden und The 6th Day (beide 2000), Open Range (2003), Thank You for Smoking (2005), Helden der Nacht - We Own the Night (2007), Crazy Heart (2009), Jack Reacher (2012) und Der Richter - Recht oder Ehre (2014).
Eine der letzten größeren Auftritte hatte er 2022 in den erfolgreichen Netflix-Produktionen Der denkwürdige Fall des Mr. Poe und Hustle. Neben seiner schauspielerischen Arbeit trat Duvall auch als Regisseur und Drehbuchautor in Erscheinung. So inszenierte er Angelo My Love (1983), die Kirchensatire Apostel! (1997) und zuletzt 2017 Wild Horses.
Eine Legende geht – Abschied von Robert Duvall
Mit dem Tod von Robert Duvall verliert die Filmwelt einen Schauspieler von seltener Intensität, Integrität und künstlerischer Tiefe. Seine Rollen (so klein sie auch manchmal waren) verblassen nicht – sie leben in Klassikern weiter, die Generationen von Zuschauer*innen geprägt haben. Seine Frau Luciana beschrieb ihn als „Oscar-gekrönten Schauspieler, Regisseur und Geschichtenerzähler“, aber vor allem als ihren „Ein und Alles“.
Robert Duvall wird als eine der größten Figuren des amerikanischen Kinos in Erinnerung bleiben – ein Künstler, dessen Präsenz auf der Leinwand unvergesslich bleibt und dessen Werk die Filmgeschichte nachhaltig beeinflusste.
Ruhe in Frieden.