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Batman und der Joker, zwei Figuren deren Rivalität sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des maskierte Rächers zieht. Der eine verbirgt seine Trauer und seine Angst hinter einer Maske und wurde so selbst zum Symbol der Furcht, der andere verbreitet Anarchie und Chaos, ohne dabei selbst sein Innerstes zu offenbaren. Wie Ying und Yang kann einer nicht ohne den anderen existieren und doch droht ihre Beziehung unaufhaltsam in einer Katastrophe zu enden. Batman – The Killing Joke stilisiert die Figur des Jokers auf eines bis dato noch nie gesehene Art und Weise, eine fahrt in die Abgründe der menschlichen Seele, denn es braucht manchmal nur einen schlimmen Tag, um das Leben eines Mannes komplett auf den Kopf zu stellen.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Seit nunmehr fast 80 Jahren gibt es den maskierten Rächer und folglich eine schier unüberschaubare Zahl an Comicbänden, Filmen, TV-Serien und dergleichen mehr. Als Neuling im Comicbuch Universum ist es ein leichtes die Übersicht zu verlieren, denn mit welcher Version von Batman, mit welchem Autor und im welchen zeitlichen Rahmen soll man nur beginnen, will man die Figur hinter der Maske gänzlich ergründen. Die Meinungen zu dieser Frage sind sicherlich von Fan zu Fan unterschiedlich, dennoch kann man sich im Allgemeinen auf eine Hand voll bekannter Werke einigen, die einen guten Startpunkt für die Abenteuer Batmans darstellen. Unter Anderem wäre da The Dark Knight Returns und Year One, beide von Autor Frank Miller, den Filmfans in erster Linie als den Autor von Sin City kennen dürften. Auch Hush von Autor Jeph Loeb hat in jüngster Vergangenheit für aufsehen gesorgt, doch abseits dieser Beispiele gibt es ein Comic, dass trotz seines recht geringen Umfangs von 48 Seiten die vielleicht beste Batman Geschichte aller Zeiten erzählt: Batman: The Killing Joke von Autor Alan Moore.

Wer die Werke von Moore kennt, etwa  V for Vendetta, oder Watchmen, der weiß das der Autor eine ganz besondere Beziehung zu Superhelden hat. Statt den strahlenden Helden in weißer Rüstung stilisiert Moore seine Figuren von einer weitaus menschlicheren, verletzbaren Seite. Gleiches gilt auch für die Antagonisten, die oftmals den Helden in Puncto Komplexität und charakterlicher Tiefe in nichts nachstehen. Als Moore also im Jahr 1988 für DC Comics eine Batman Geschichte schrieb, die sich obendrein auch noch um die pervertierte Beziehung zwischen dem stillen Wächter und seinem Erzfeind, dem Joker, drehen sollte, war die Erwartungshaltung sicherlich immens. Moore ließ mit The Killing Joke jedoch sämtliche Kritiker und Zweifler verstummen, denn die düstere Fahrt in die Abgründe der menschlichen Seele und die verdrehte Psyche eines Wahnsinnigen schockierte auch heute noch hartgesottene Comicbuch Fans. Ein weiterer Beweis dafür, dass Comics als Medium weit mehr sind als bloße Kinderunterhaltung.

Knapp 30 Jahre später verpackt DC die Geschichte nun in einen animierten Film, der die berühmte Vorlage adäquat auf die große Leinwand bringen soll und dabei leider grandios scheitert. Auf den ersten Blick sieht noch alles gut aus. Der Film hat mit Mark Hamill und Kevin Conroy die Sprecher aus der 92-95 laufenden Serie Batman: The Animated Series verpflichtet, welche bei Fans hoch im Kurs steht. Gerade Hamill macht wie immer einen überragenden Job in der Rolle des Jokers, man könnte sogar ohne Probleme die These aufstellen, dass Hamill der beste Joker sei, trotz der ikonischen Performance von Jack Nicholson, oder dem grandiosen Auftritt von Heath Ledger. Sein Lachen, sein Tonfall und der stetig Wandel zwischen Wahnsinn und Anarchie, der ehemalige Jedi Ritter gehört definitiv zu den Highlights des Films.

Auch Conroy spielt, beziehungsweise spricht einen verdammt guten Batman, besonders in jenen seltenen Momenten, in denen der sonst so berechnende Held die Fassung verliert und von seinem Emotionen übermannt wird. Es sind jene Situationen, in denen einem schlagartig bewusst wird, warum die ganze Unterwelt von Gotham den dunklen Ritter fürchtet, denn zwischen dem Gesetz und blutiger Vergeltung liegt oftmals nur ein schmaler Grad. Leider krankt der Film jedoch an zwei essentiellen Probleme, die man auch mit noch so viel Fanliebe nicht wegretuschieren kann. Zunächst umspannt die eigentliche Geschichte von The Killing Joke nur knapp 45 Minuten des Filmes, die restlichen 32 werden als Prolog genutzt, welcher eine ganz solide Geschichte über Batgirl und ihre Beziehung zu Batman erzählt, eingebettet in die Jagt nach einem aufstrebenden Mafiaboss. Grundlegend handelt es sich hierbei um eine nette Episode, die so auch ohne Probleme Teil einer größeren Fernsehserie seinen könnte, nur leider will sie thematisch und tonal einfach nicht in die düstere Welt von The Killing Joke reinpassen.

Auf der einen Seite braucht man zwar eine gewisse Art von Prolog, der nicht Comicbuchlesern kurz die Verhältnisse zwischen den Figuren aufzeichnet, schließlich kam Batgirl bisher im Grunde noch nicht in den Filmen vor, Alicia Silverstones Auftritt in Batman&Robin mal ausgeklammert.Außerdem kann man schlecht einen Film auf den Markt bringen der gerade einmal 45 Minuten Lauflänge hat und grundlegend ist der Gedanke eines seichten Einstieges, der den Horror der zweiten Hälfte dann umso drastischer macht, ja im Kern nicht verkehrt, doch leider will dem Film einfach kein logischer Übergang zwischen den beiden Episoden gelingen. Das weitaus größere Problem ist jedoch das geringe Budget von 3,5 Millionen Dollar und die damit verbundene Qualität der Animation. Bei einem Comicbuch gehen Geschichte und Zeichnung nun einmal Hand in Hand und so muss man neben Alan Moore auch Zeichner Brian Bolland ein großes Lob aussprechen, der Moores Geschichte in einer atemberaubenden Pracht umgesetzt hat und dessen Darstellungen vom Joker auch heute noch stilbestimmend ist. Es ist daher nicht verwunderlich, dass eine seiner Zeichnungen das Cover der Blu-Ray ziert, denn die Animationen im Film sind leider alles andere als gelungen.

Würden wir hier nur von einer weiteren Episoden in einer fortlaufenden Serie sprechen, oder um einen Film ohne solch historischen Kontext, dann wären lieblose Figuren im Hintergrund und eine generelle Detailarmut überhaupt kein Problem, aber aufgrund der immensen Werbetrommel, die DC rund um The Killing Joke gerührt hat, muss man als Fan mehr erwarten können, als bloß so eine mittelmäßige Qualität. Hier wurde die Chance verpasst mit einem höheren Budget und einer besseren Verzahnung von Prolog und Hauptgeschichte sowohl Comicbuch Fans, als auch regulären Kinogängern ein Erlebnis zu bieten, dass ein für alle Male den Wert von Comicbüchern und animierten Serien als gleichwertiges Medium zum üblichem Film zementiert. So ist es am Ende leider nur eine solide Umsetzung der Vorlage, der trotz toller Spreche am Ende das gewisse Etwas fehlt, um mehr zu sein als bloß ein weiterer animierter Batman Film.

Fazit

Die animierte Welt von Batman steht seit jeher im Schatten der großen Konkurrenz aus Hollywood, wirkt sie für Außenstehende doch eher kindlich und zu überzeichnet. Mit „The Killing Joke“ hatte DC nun die Chance ein weitaus größeres Publikum abzugreifen, denn selbst Comicbuchlaien dürfte die Geschichte von Alan Moore ein Begriff sein, gilt sie doch als eine der Besten überhaupt. Leider krankt der Film an einem viel zu geringem Budget, sowie herben Problemen in der eigentlichen Handlung, was letztendlich zwar in ganz unterhaltsamen 77 Minuten mündet, jedoch weit hinter den Erwartungen der Vorlage zurück bleibt. Schade.

Autor: Sebastian Pierchalla

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