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Einige Jahre, nachdem Dracula von Professor van Helsing vermeintlich vernichtet wurde, gelangen zwei britische Ehepaare während ihrer Urlaubsreise durch die Karpaten zu Draculas Schloss und sind durch einen Zufall gezwungen, die Nacht dort zu verbringen. Draculas alter Diener nimmt sich der Gäste an und tötet einen von ihnen. Durch dessen Blut erwacht der Graf aus seinem Grab und nimmt sich eine der Frauen zur Gefährtin. Gemeinsam bringen sie den Schrecken zurück in das nahe gelegene Dorf...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Acht Jahre sollten ins karpatische Land ziehen, bis die Hammer Studios ihrem vermutlich größten Aushängeschild, Dracula aus dem Jahre 1958, eine Fortsetzung spendierten. Der hochgradig stimmungsvolle Gothic-Grusel von Terence Fisher (Das Schwert des Robin Hood) avancierte zum Klassiker, weil er von einer inszenatorischen Sorgfalt zehrte, die aufgrund der weitreichend bekannten Produktionsfesseln des geschichtsträchtigen Filmunternehmens aus England eigentlich kaum möglich gewesen wäre. Von Zeitdruck, finanziellen Engpässen und parallelen Dreharbeiten sollte sich in Dracula keine Spur finden lassen, stattdessen glänzte die reichlich lose Adaption des Jahrhundertromans von Bram Stoker durch bis heute famose Handwerksökonomie: Kameraarbeit, Score, Kulissen, Austattung. Alles erstklassig. Als Sähnehäubchen gab es außerdem noch das Duell der Giganten, Christopher Lee (Der Herr der Ringe: Die zwei Türme) gegen Peter Cushing (Krieg der Sterne), obendrauf. Was für ein Segen.

Umso erfreulicher ist es, dass Blut für Dracula seinem Vorgänger beinahe in Nichts nachsteht. Erneut konnte man sich das geschätzte Engagement von Terence Fisher, Drehbuchautor Jimmy Sangster und Hauptdarsteller Christopher Lee sichern. Peter Cushing indes ist nicht mehr mit von der Partie, was zwar durchaus schade ist, aber verschmerzbar, wird hier doch eine neue Geschichte erzählt, die sich darum bemüht, frische Schwerpunkte setzen zu können. In diesem Fall nämlich geht es um zwei englische Brüder (Francis Matthews und Charles Tingwell), die zusammen mit ihren Frauen (Suzan Farmer und Barbara Shelley) nach Karlsburg reinen wollen, schlussendlich aber im Schloss des Grafen landen. Der Clou an der Sache: Der Blutsauger ist, nun ja, vernichtet worden, was Blut für Dracula dafür nutzt, um über mehr als die Hälfte der Laufeit eine ungemein dichte Drohkulisse aufzubauen. 

Der König der Schattenwesen mag physisch nicht präsent sein, doch seine metaphysische Allgegenwart ist im Land der Gespenster, Flüche und Aberglauben von der ersten Minute an spürbar. Blut für Dracula zieht seine beständige Spannung daher nicht nur allein aus der Frage, wann der große und auch hier erneut absolut ikonische Christopher Lee wieder die Bildfläche betreten wird, um sich an den Hälsen auserwählter Damen zu schaffen zu machen. Terence Fisher setzt beharrlich und gleichermaßen gekonnt auf das bedrückende Klima einer diffusen, unbestimmten, unter die Haut kriechenden Angst und spielt gleichwohl mit den Erwartungen des Zuschauers. Beeindruckend gestaltet sich dabei erneut der schöpferische Inbrunst, mit dem sich Hammer Films hier auszeichnen darf. Aus Pappmache entsteht Prunk von gehobener Eleganz, der dieses schleichende Schauerstück zu einer so erhabenen wie eindringlichen Seherfahrung erklärt.

Fazit

Hochgradig gelungene Fortsetzung zum Klassiker aus dem Jahre 1958. Erneut beweisen Terence Fisher, Jimmy Sangster und Christopher Lee, dass sie zu den begabtesten Künstlern der Hammer Studios gehörten und erschufen ein bis heute so erhabenes wie eindringliches Schauerstück, dem man sich über seine nicht einmal 90-minütige Laufzeit kaum entziehen kann. Hoch lebe die Schreckensherrschaft des Grafen!

Autor: Pascal Reis

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