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Der exzentrische Millionär Frederick Loren mietet für die Geburtstagsparty seiner Frau ein angebliches Spukhaus und lädt fünf Gäste dorthin ein. Nicht etwa Freunde der Familie, sondern gezielt ausgewählte Menschen mit Geldsorgen. Er bietet jedem 10.000 Dollar, wenn sie die Nacht in dem Haus verbringen…und überleben.

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Kritik

„Es wird Zeit, Fenster und Türen zu verriegeln. Dann kann die Party beginnen.“

„Das Haus auf dem Geisterhügel“ ist die wohl bekannteste Regiearbeit von William Castle („Schrei, wenn der Tingler kommt“), gleichzeitig seine zweite als unabhängiger Filmemacher nach „Macabre“, mit dem er sich 1958 nicht nur selbstständig machte, sondern gleichzeitig eine ganz neue Form des Event- und Vermarktungskinos ins Leben rief. Um die Menschen in seine Filme zu locken ließ sich Castle stets kuriose Dinge einfallen, das hier über die Köpfe der Zuschauer im Saal sausende Skelett war da noch relativ harmlos. Das ausgerechnet dieser Film sich heute noch großer Popularität erfreut liegt an der Tatsache, dass er auch losgelöst vom Castle-Freak-Show-Gimmick am heimischen Bildschirm funktioniert. Sogar deutlich besser als das 1999 entstandene Remake „Haunted Hill“, das sich mehr an modernen Sehgewohnheiten richtet und genau damit den Reiz dieses urigen Stücks B-Movie-Geschichte außen vor lässt.

William Castle begann seine Filme gerne mit einer persönlichen Ansprache an das Publikum, hier überlässt er es seinen Darstellern Elisha Cook („Rosemaries Baby“) – der eindringlich vor dem folgenden Schrecken warnt – und natürlich seinem Top-Star Vincent Price („The Last Man on Earth“), der gleich mal die notwendigste Exposition in wenigen Worten selbst erläutert. Nicht nur aus Zeit- und Kostengründen (bei Castle immer Thema Nr. 1) enorm clever, man ist darüber hinaus ohne überflüssigen Ballast ruckzuck drin im Mainpart der Geschichte. Eine Gruppe von nicht ganz zufällig ausgewählten Ehrentagsgästen, die das Geburtstagskind gar nicht persönlich kennen, werden Teil eines sonderlichen Spielchens, an dessen Ende jedem eine stattliche Summe Geld winkt. Einzige Bedingung: Eine Nacht in dem Anwesen auf Haunted Hill verbringen und überleben. Klingt unter Normalbedingungen machbar, doch angeblich spukt es in dem alten Gemäuer, schon sieben Menschen sollen hier ihr Leben verloren haben. Selbst wenn die Geistergeschichten nur Mumpitz sein sollten, die Chance auf weitere Opfer steigt schon durch die Tatsache, dass sich der schrullige Gastgeber und seine zicke Ehefrau überdeutlich die Pest an den Hals wünschen, die mögliche Gewinnsumme bei verringerte Teilnehmerzahl für jeden Mitspieler steigt und irgendwann auch noch geladene Pistolen verteilt werden. Wenn das kein lustiger Abend wird…

Was sich im ersten Moment nach einem typischen Spukhausfilm anhört, spielt eigentlich durchgehend nur mit dessen Mustern, bezieht seine Spannung nicht etwa durch gut getimte Schockmomente oder eine wirklich unheimliche Atmosphäre, das Vorgeführte ist nicht viel unheimlicher als der Geisterbahnbesuch auf dem nächsten Schützenfest. Zu viel mehr war William Castle aufgrund seiner sehr reduzierten Mittel (schon zu sehen an den teilweise extrem kargen Kulissen, die schon im Vorgängerfilm „Macabre“ verwendet wurden) bestimmt auch nicht fähig, doch er ist smart genug, das gar nicht zum Schwerpunkt seines Films zu machen. „Das Haus auf dem Geisterhügel“ lebt und atmet durch seinen Schwebezustand zwischen Haunted-House-Film, Whodunnit-Krimi oder am Ende vielleicht doch nur makabrem Scherz, an dessen Auflösung der Zuschauer eigentlich nur interessiert ist. Alles bleibt bis zum Schluss im Bereich des Möglichen und wird gleichermaßen in die jeweiligen Richtungen gelenkt. Die billigen (und sowieso sehr spärlichen) Masken und Effekte erzeugen keinen Schrecken, könnten genau deshalb aber eben auch nur Teil eines aufwendig inszenierten Schabernacks sein, den Millionär Loren (oder seine Frau, oder etwa doch beide?) mit seinen Gästen bzw. Opfern treibt. Dem in seiner Schlichtheit sehr liebevollem und kurzweiligem Treiben zuzusehen bereitet viel Freude, gerade da Vincent Price den undurchsichtigen Gentleman mit trocken-schwarzem Humor und sichtlichem Spaß an der Sache verkörpert.

Es stört noch nicht mal, dass die schlussendliche Pointe ziemlicher Unfug ist, die Twist unglaubwürdig konstruiert, das fügt sich eben in diesen Jux-Charakter des Films ein, der sich niemals zu ernst nimmt, dennoch nie zur Lachnummer verkommt. „Das Haus auf dem Geisterhügel“ ist ein morbider, perfider und augenzwinkernder Charmebolzen, der sein Publikum mit einem Grinsen statt Gänsehaut entlässt, obwohl er (angeblich) letzteres im Schilde führt. Doch wer William Castle kennt weiß ganz genau, dass ihm sehr bewusst war, auf welcher Ebene seine Filme eigentlich ihren Zweck erfüllen. Und da lässt „Das Haus auf dem Geisterhügel“ kaum Wünsche offen, die Erwartungshaltungen sind halt anders.

Fazit

Ein wunderbarer Beweis für die Schlichtheit, die es mal für gute Filme gebraucht hat immer noch reichen würde, wenn man sich auf das Wesentliche mehr konzentrieren würde. William Castle wusste immer, wo er und seine Filme stehen, was sie zu leisten in der Lage sind und wo er den Hebel ansetzen muss. Als klassischer Nägelkauer wie z.B. „Schloss des Schreckens“ oder „Bis das Blut gefriert“ taugt „Das Haus auf dem Geisterhügel“ keine Sekunde, das ist einfach engagiertes Billig-Schummer-Kino zwischen Jahrmarktsattraktion, Agatha Christie und Groschenroman, mit Herzblut gemacht. Reizend.

Autor: Jacko Kunze

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