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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Mitten im Zweiten Weltkrieg: Die Air-Force-Pilotin und Flugzeugmechanikerin Maude Garrett wird mit der Mission beauftragt, einen Koffer mit streng geheimem Inhalt zu befördern und sich dafür an Bord einer B-17 Flying Fortress zu begeben. Die rein männliche Besatzung ist über die Anwesenheit der jungen Frau nur wenig begeistert und verweist sie auf den Platz im kugelförmigen Waffenturm am Rumpf des Bombers. Von dort aus beobachtet sie eigenartige Schatten an den Tragflächen und sichtet feindliche Kampfflieger zwischen den Wolken. Doch die Männer nehmen ihre Warnungen nicht ernst. Erst als es Maude gelingt, einen gegnerischen Luftangriff mit dem eingebauten Maschinengewehr abzuwehren, beginnt die Crew, die wahre Identität der unerwünschten Passagierin zu hinterfragen. Doch die misstrauischen Kollegen sollen nicht ihr einziges Problem bleiben: An Bord der Flying Fortress macht sich eine unheimliche Kreatur an den Geräten zu schaffen und attackiert die Besatzung. Maude setzt nun alles daran, um ihre wertvolle Fracht zu schützen.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Es gibt diese Szene in Die Wolken von Sils Maria, in der die von Juliette Binoche (Godzilla) gespielte Maria Enders erklärt, dass sie den Versuch unternommen hat, etwas mehr über die erfolgreiche Jungdarstellerin Jo-Ann Ellis (Chloe Grace Moretz, Kick-Ass) zu erfahren. Dafür ist sie ins Kino gegangen, hat sich ihren letzten Film angesehen und stieß dabei auf ein vollkommen hirnrissig-cartooneskes Spektakel. Wie es scheint, hat Regisseur Olivier Assayas (Personal Shopper) damit seine prophetischen Fähigkeiten gewissermaßen unter Beweis gestellt, denn mit Shadow in the Cloud, in der Hauptrolle besetzt mit Chloe Grace Moretz, stoßen wir nun augenscheinlich auf diesen Film, der Maria Enders einst so irriterte. Wobei man in dieser Stelle bereits sagen darf: Hier reicht es nicht einmal für Irritationen.

Das klingt nun wieder ein Stück weit gehässiger, als es eigentlich gemeint, denn irgendwo steckt in Shadow in the Cloud solide Exploitation – Regisseurin Roseanne Liang allerdings bekommt diese nur selten entfesselt und vergeudet zusehends Zeit damit, die tumbe Geschichte mit einem bedeutungsschwangeren Überbau zu belasten, der die Figur der Chloe Grace Moretz nicht von sich aus zur renitenten Kämpferin erklärt, sondern ihr noch eine der ältesten Motivationen zuschiebt, die „starke Frauen“ mit sich bringen können. Die Ideen, das Szenario des zweiten Weltkrieges zu nutzen, um daraus ein actiongeladenes Creature Feature zu erschaffen, verspricht jedenfalls erst einmal kurzweilen B-Movie-Nonsense. Roseanne Liang bemüht sich auch merklich darum, ihr Handwerk durch Tempo und Kreativität auszuzeichnen, es mangelt dem Ganzen jedoch fortwährend an Verwegenheit und Charme.

So kommt es dann auch folgerichtig dazu, dass Shadow in the Cloud trotz seiner recht schmalen Laufzeit von etwas mehr als 80 Minuten immer mal wieder Passage aufbietet, in denen Rosanne Liang ihre permanent ausgestellten Kompetenzen – Geschwindigkeit und Innovation – aus den Augen lässt und ein (privates) Drama heraufbeschwören möchte, welches schlichtweg nicht funktioniert. Shadow in the Cloud bereitet dann die größte Freude, wenn er sich vollends als vordergründiger Unsinn begreift und eine durchaus spielfreudige Chloe Grace Moretz nicht nur mit einem mutierten, hochgradig aggressiven Nagetier konfrontiert, sondern auch noch die Bedrohung durch japanische Kampffliege aufbietet. In diesen Momenten offenbart sich der Genre-Mix als flotte Angelegenheit, die – sicherlich auch durch die Corona-Krise – genau dort angekommen ist, wo sie auch hingehört: In den Direct-to-DVD-Sektor.

Fazit

"Shadow in the Cloud" ist kein Reinfall, aber er konzentriert sich nicht entfesselt genug auf seine wahren Stärken. Roseanne Liang beweist in ihren besten Momenten nämlich, dass sie durchaus in der Lage ist, durch Tempo und Innovation zu überzeugen. Es mangelt dem Genre-Mix jedoch vor allem an Verwegenheit und Charme, was sich sich darin niederschlägt, dass der Film immer wieder versucht, das turbulente Geschehen mit einem deplatziert dramatischen Überbau zu versehen. Wirklich gelungen ist in diesem Fall nur der Soundtrack samt Sounddesign.

Autor: Pascal Reis

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