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Ein mitreißender Film über das Schicksal der Juden im Hitler-Deutschland. Ausnahmsweise mal keine (Science)-Fiction von Spielberg, sondern Geschichte, wie sie sich (leider) wirklich zugetragen hat. Nicht nur Schindler, sondern auch die namentlich genannten Opfer und Überlebenden des Holocaust haben wirklich gelebt oder leben noch. Der Sudetendeutsche Oskar Schindler zieht nach Krakau, um in den Wirren des Zweiten Weltkriegs sein Glück zu machen. Er gründet eine Emaillefabrik, in der er aus Kostengründen nur Juden beschäftigt. Doch die sich überschlagenden Ereignisse, gepaart mit seiner Aversion gegen die Brutalität der Nazis, wecken in dem lebenslustigen Frauenhelden ungeahnten Idealismus. Als “seine” Juden nach Auschwitz deportiert werden sollen, setzt Schindler Leben und Privatvermögen aufs Spiel, um sie vor dem sicheren Tod zu retten.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Wie Steven Spielberg (Unheimliche Begegnung der dritten Art) sich nur die Finger an der filmischen Umsetzung der Judenverfolgung die Finger verbrennen konnte, so kann man sich auch als Rezensent des mit sieben Oscars prämierten Schindlers Liste augenscheinlich ebenfalls nur im Ton vergreifen, versucht man sich diesem gleichermaßen sensiblen wie komplexen Thema halbwegs nüchtern und objektiv anzunähern. Was außer Frage steht, ist der immense Stellenwert und die bedeutende Nachwirkung, die die (Leinwand-)Aufbereitung des Industriellen Oskar Schindler und den fast 1200 Juden, die er in seinen Rüstungsbetrieben beschäftigte und damit vor dem sicheren Tod im Vernichtungslager Auschwitz rettete, bis heute umfasst. Ob es sich hier aber auch um einen guten Film handelt, gilt es weiterhin herauszufinden, denn das Gefühl, welches Schindlers Liste hinterlässt, ist vor allem ein zwiespältiges. 

Es beginnt mit einer Texttafel, die uns darüber aufgeklärt, dass die deutschen Streitkräfte die polnische Armee im September 1939 innerhalb von zwei Wochen besiegt hatten. Juden mussten daraufhin alle ihre Familienangehörigen anmelden und in größere Städt umsiedeln. Mehr als zehntausend Juden strömten tagtäglich vom Land nach Krakau. Steven Spielberg aber ergreift hier nicht die Perspektive eines Opfers, sondern nimmt den Standpunkt des gutaussehenden Oskar Schindler ein; einem bisher erfolglosen Geschäftsmann, dem der Krieg bei seinem größten Anliegen massiv unter die Arme greift: Viel Geld zu verdienen. So viel Geld, dass man es in Koffern transportieren muss. Die Rettung von Menschenleben wird ihm erst später – auch durch seinen Buchhalter Itzhak Stern (Ben Kingsley, Das Haus aus Sand und Nebel) - gewahr. Dafür benötigt es allerdings mehr.

Wir befinden uns in einem Film von Steven Spielberg, was ebenso bedeutet, dass wir es mit einer Hollywood-Produktion zu tun bekommen, die auf große, erschütternde Gesten setzt. Oskar Schindler begibt sich auf einen Ausritt und beobachtet von einer Anhöhe aus die Räumung des Krakauer Ghettos. Blökende Nazis, die markerschütternden Schreie der Juden, die aufjagenden Salven der Maschinengewehre. Und im Kern dieses Grauens erschafft Spielberg sein wohl ikonischstes Bild: Ein kleines Mädchen schreitet durch die Straßen, ihr roter Mantel durchbricht das (pseudo-)dokumentarische Schwarz-Weiß und erklärt das in Fassungslosigkeit erstarrte Gesicht Schindlers, der hier, quasi aus nächster Nähe, Zeuge des schrecklichsten Massenmordes des 20. Jahrhundert wird. Es ist einer der wenigen Momente, in dem Oskar Schindler seine Bestürzung nach außen greifbar macht. Ansonsten bleibt er pragmatisch, richtet seine Bestürzung maximal nach innen.

Genau diese Szene genügt, um das Problem zu erkennen, mit dem Schindlers Liste über mehr als drei Stunden zu kämpfen hat: Er möchte sich einem exorbitanten Anspruch an Authentizität verschreiben, bleibt aber immer noch ein Ergebnis der Traumfabrik und setzt dementsprechend zielgerichtet darauf, seine Zuschauerschaft über ein ungemein effektives Spiel auf der Gefühlsklaviatur abzuholen. Der historische Kontext, den Spielberg sicherlich nicht herunterspielt, verkommt jedoch in den Händen des hochbegabten Filmemachers zu einem Ausdruck unschlüssiger Narrativinteressen: Ob er sich nun speziell auf Oskar Schindler und die sogenannten Schindler-Juden konzentrieren oder einen Panoramablick auf den gesamten Schrecken des Holocaust richten möchte, wird nie ganz klar, maßgebend aber ist die Position Schindlers. Durch seine Augen beobachten wir und dürfen Zeuge werden, wie nach und nach das Gute, das Menschliche in ihm Bahn bricht.

Diese sehr klassische Heldendramaturgie, die Schindlers Liste fraglos bedient und in einem melodramatischen Höhepunkt pathetischer Manipulationstheatralik münden lässt, bleibt diskutabel. Wirklich geschmacklos wird es aber erst, wenn sich der Film nach Auschwitz begibt: Ein Zug voller Frauen, die Oskar Schindler eigentlich für sein Großunternehmen als kriegswichtige Arbeitskräfte beansprucht hat, landet „versehentlich“ in dem berüchtigten Konzentrationslager. Sie werden entkleidet, geschoren und in einen Duschraum gepfercht. Nun vergreift sich Steven Spielberg an einer ungemein pietätlosen Spannungsmechanik, die den Zuschauer dahingehend bangen lässt, ob Wasser aus den Duschköpfen strömt oder ob die Frauen vergast werden. Unterstrichen und nachhaltig verwerflich gestaltet wird diese Sequenz zudem mit einer hochgradig eleganten Kamerafahrt. Es ist der Tiefpunkt in einem Film, der sich ansonsten um Contenance bemüht, auch wenn Letzteres nicht wirklich gelingt.

So simplistisch und verkürzend Schindlers Liste auch ist, eine bewegende Filmerfahrung hat Steven Spielberg hier dennoch geschaffen, gerade im Dienste der Erinnerungskultur. Natürlich (aber) auch aus dem fragwürdigen Grund, weil er genau weiß, welche Knöpfe und Schalter er bedienen muss, um sein Publikum zu erreichen. Die wahre Kraft dieses rein handwerklichen Bravourstücks liegt in den Details begraben. Dort, wo sich Schindlers Liste Zeit nimmt, Ambivalenzen zu erfassen, Stimmungen zu destillieren, Zusammenhänge zu veranschaulichen, Menschen dort zu erkennen, wo sie nicht nur einer Funktion unterliegen, sondern auch an Eigendynamik gewinnen dürfen. Das gilt sowohl für Oskar Schindler als auch für Amon Göth (Ralph Fiennes, Der ewige Gärtner), der zum sadistischen Symbol des dritten Reichs wird. Liam Neeson und Ralph Fiennes brillieren in ihren zumeist klar gestrickten Charakteren und federn die ästhetischen Verirrungen Spielbergs durch ihre intensiven Performances gekonnt ab.

Fazit

"Schindlers Liste" ist kein reines Mahnmal gegen das Vergessen, sondern ein Denkmal für das Heldentum eines Mannes, der im Angesicht des größten Schreckens des 20. Jahrhundert seine Menschlichkeit entdeckt. Steven Spielberg hat hier einen zwiespältigen Film geschaffen, der – egal, wie sehr er sich um Fassung und Authentizität bemüht – immer ein Produkt der Traumfabrik bleibt, welches sich einem offenkundig simplistischen Spiel auf der Gefühlsklaviatur bedient. Ein wichtiger und bisweilen bewegender Film ist "Schindlers Liste" dennoch. Nicht nur, weil Steven Spielberg ein hervorragender Handwerker ist, sondern auch aufgrund seines unermesslichen Dienstes für die Erinnerungskultur, die über die Leinwand hinausgeht.

Autor: Pascal Reis

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