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Quelle: themoviedb.org

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Der legendäre Ip Man kommt nach San Francisco, um eine Schule für seinen Sohn zu finden und seinem Schüler Bruce Lee beim Aufbau eines Wing-Chun-Trainingscenters zu unterstützen. Seine ungewöhnlichen Lehrmethoden sorgen für Anfeindungen von chinesischen und westlichen Martial-Arts-Kämpfern. Besonders brutal geht dabei Barton vor, ein amerikanischer Marineoffizier, der die Auseinandersetzungen auf einen unausweichlichen Clash der Kampfkunst-Disziplinen zuspitzt: Welche Martial-Arts-Form ist die überlegene? Welche Nation kann den Sieg davontragen? Zum finalen Kampf um die Ehre des Wing Chun wird Großmeister Ip Man höchstpersönlich herausgefordert...

  • W780
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Kritik

Über die Jahre erreichte uns eine wahre Welle an Filmen um den legendären Wing Chun-Großmeister Ip Man. So drehte Regisseur Herman Yau beispielsweise Ip Man Zero (2010) und Ip Man: The Final Fight (2013), Wong Kar-Wai widmete ihm den bildgewaltigen The Grandmaster (2013). Den Hype ins Rollen gebracht hat Wilson Yip 2008 mit seinem hervorragenden Martial-Arts-Drama Ip Man, der den Kult um den Charakter unter Filmfans so richtig befeuerte und Donnie Yen zu seiner ikonischen Rolle verhalf. Eigentlich sollte mit Ip Man 2 (2010) Schluss sein, Gleiches galt dann auch für Ip Man 3 (2015). Dank des Erfolgs der Filme und der anhaltend großen Nachfrage erreicht uns nun Ip Man 4: The Finale, der definitiv letzte Ableger der Hauptreihe, der seinen Abschluss nicht nur durch seinen Titel untermauert, sondern sich in seinen letzten Einstellungen auch entgültig von uns und den Figuren verabschiedet. 

Ip Man 4: The Finale spielt 5 Jahre nach dem dritten Teil und setzt mit Ip Mans Krebserkrankung und dem angeschlagenen Verhältnis zu seinem Sohn zu Beginn zwei interessante dramaturgische Anker. Die Filme waren in der Vergangenheit schon immer mehr als bloße Klopperei und konnten neben ihrer historisch zwar nicht akkuraten, dafür aber interessanten epochalen Einbettung auch mit ihren ruhigen Momenten, in welchen man sich näher mit den Charakteren befasste, überzeugen, auch wenn diese Stärken von Film zu Film spürbar nachgelassen haben. Ip Man strahlt aber mit seiner geruhsamen, weisen Art auch weiterhin eine enorme Faszination aus, der man gerne lauscht und folgt. Und Donnie Yen weiß all das gekonnt zu übertragen.

Der Film nimmt uns diesmal mit auf eine Reise nach San Fransisco, wo es primär darum gehen soll, eine neue Schule für Sohnemann zu finden. Trifft sich gut, dass dort auch gerade Ip Mans ehemaliger Schüler Bruce Lee (gut imitiert von Danny Chan Kwok-Kwan, jedoch nur Randfigur) ansässig ist, der seinen Meister zuvor sowieso schon eingeladen hat. Der Friede vor Ort währt nicht lange, es kommt (mal wieder) zum Disput mit diversen asiatischen Großmeistern, darüber hinaus mit überaus fremdenfeindlichen US-Marines, denen es wahnsinnig wichtig ist, allen zu beweisen, dass Karate besser als chinesisches Kung Fu ist sowie mit der Ausländerbehörde, die den Ausnahmezustand ausruft, nachdem ein amerikanisches Mädchen in der Schule von einer Asiatin geschlagen wird (wieder ein rassistisches Problem). 

Bereits Ip Man 3 schwächelte inhaltlich an mehreren Stellen, jetzt wird die Handlung aber so richtig hohl. Die Art, wie Ip Man 4: The Finale Konflikte herbeibeschwört und behandelt, ist lachhaft und gleicht dramaturgisch eigentlich schon einer Soap Opera. Erschreckend ist dabei auch, wie schlecht ein großer Teil des überforderten Nebencasts agiert, der selbst einfachste Anforderungen nicht erfüllt und für reichlich Cringe-Momente sorgt. Dazu noch die thematisch plakative Auseinandersetzung mit Rassismus, deren Botschaft stets mit dem Holzhammer übermittelt wird. Ip Man 4: The Finale ist erzählerisch leider eine ganz miese Nummer geworden, für die man sich fremdschämen muss. 

Zumindest mit einigen schön choreografierten Fights kann der Film wieder etwas Boden gut machen. Donnie Yen ist auch mit Mitte 50 noch überaus agil und schnell, die Kämpfe, gelegentlich mit Drahtseilen unterstützt, machen auch dieses Mal wieder Spaß. Vom großen Zusammentreffen mit Scott Adkins (Accident Man), dessen völlig überzeichnete Figur ebenfalls furchtbar schlecht gespielt wird, hat man sich vom Finalkampf aber doch etwas mehr versprochen, hier fällt der Schlagabtausch vergleichsweise unaufregend aus. Schade für Ip Man, dass er nicht eindrucksvoller abtreten kann, er hätte es verdient. Zumindest die Montage zum Schluss zeigt noch mal ein schönes Best Of und sorgt für einen rührenden Moment nach einem ansonsten doch so enttäuschenden Abschluss.

Fazit

Innerhalb der Reihe war ohnehin schon ein Abwärtstrend zu verzeichnen, den großen (Ab-)Sturz gibt es nun aber zum Finale, das mit laienhaften Darstellern und peinlicher Handlung für reichlich Stirnrunzeln sorgt. Einzig mit seinen ansehnlichen Kämpfen und mit seinem charismatischen Hauptdarsteller weiß sich "Ip Man 4: The Finale" noch halbwegs über Wasser zu halten.

Autor: Sebastian Stumbek

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